Diesen Antrag hat Henning von Schöning am 24. März 2010 zur Sitzung des Bauausschusse am 7. April 2010 gestellt. Die Ausschüsse sind am 31. März aufgrund eines sinnentleerten Antrages der FWE aufgelöst worden. Deshalb wurde er erst auf einer Sitzung am 5. Mai behandelt.

LEDs in Ampeln

Der Ausschuss möge beschließen:

  1. Die Verwaltung führt eine Bestandsaufnahme über die Gerätetechnik in den Lichtsignalanlagen (Ampeln) der Stadt durch. Für die Selbst­verwaltung wird sie eine Übersicht über die in den jeweiligen Anlagen installierte Lichttechnik und den zugehörigen Strom­verbrauch erstellen.
  2. Die Verwaltung informiert sich selber und dann die Selbstverwaltung über LED-Signalgeber, und zwar über die Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten. Sie rechnet aus, wie viel Strom und damit Kohlendioxid sowie Atommüll durch eine effiziente Lichttechnik eingespart werden kann.

Begründung:

  • Eine Maßnahme zu einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung sind Investitionen in eine Gerätetechnik, die wenig Strom verbraucht und wenig Wartungskosten durch das Auswechseln defekter Licht­elemente verursacht. LED-Leuchten benötigen weniger Strom und haben eine höhere Lebensdauer als herkömmliche Glühbirnen.
  • Signalanlagenausfälle aufgrund veralteter Gerätetechnik und defek­ter Lichtelemente stellen eine Gefährdung im öffentlichen Verkehrs­raum dar - jedenfalls unter der Prämisse, dass die Signalanlagen aufgestellt worden sind, um für Verkehrssicherheit zu sorgen.
  • Die Eutiner Lichtsignalanlagen werden mit Strom betrieben, der nicht nur aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird. Der Energieversorger kann über seinen Strommix informieren. Aus dem Anteil des Kohle- und Atomstroms an den Kilowattstunden zur Versorgung der Lichtsignalanlagen lässt sich errechnen, wie viel Kohlendioxid und radioaktive Abfälle durch die derzeitige Technik entsteht und wie viel weniger das bei einer effizienten Technik sein würde. (Dabei kann als Arbeitshypothese von der Prämisse eines gleich bleibenden Energiemixes beim Versorger ausgegangen werden.)

Die Beratung im Bauausschuss führte zum Auftrag an die Verwaltung, die Kosten der Umrüstung je Ampelanlage auf LED-Technik zu ermitteln und Fördermöglichkeiten zu prüfen.
Im Oktober 2010 hat die Verwaltung eine gute Beratungsvorlage erstellt. Dazu hat Henning von Schöning am 30. Oktober 2010 die folgende Pressemitteilung geschrieben:

Am 3. November steht im Bauausschuss der Stadt Eutin unter anderem die Verringerung des Stromverbrauchs bei den städtischen Verkehrsampeln auf der Tagesordnung.

Zwar ist es ein Zufall, dass drei Tage später am 6. November viele Ostholsteiner in zwei Bussen nach Dannenberg fahren werden, um gegen das ungelöste Problem der Endlagerung von Atommüll und gegen die Verlängerung der Restlaufzeiten von Atomkraftwerken zu demonstrieren. Aber einen engen inhaltlichen Zusammenhang gibt es, und der geht auch aus den Beratungsunterlagen für die Bauausschuss-Sitzung hervor:

Die Ausschussmitglieder haben eine Übersicht mit den Kreuzungen, an denen Lichtzeichenanlagen stehen, erhalten. Aufgelistet sind jeweils der Stromverbrauch in Kilowattstunden, die Kosten dafür in Euro, der durch die Stromproduktion verursachte Ausstoß an Kohlendioxid in Kilogramm und der ebenfalls verursachte anteilige Anfall radioaktiver Abfälle in Gramm.

Die Grünen möchten, dass solche Zahlen künftig immer mit den Angaben zum Stromverbrauch geliefert werden. Sie lassen sich mittels Dreisatz leicht aus den Angaben der Stromversorger errechnen, denn diese sind zur Deklaration der Herkunft ihres Stroms verpflichtet.

Erfreut sind die Grünen auch über konkrete Vorschläge der Verwaltung, wie durch Investitionen in die effiziente LED-Technik mehrere Hundert Euro und mehrere Gramm Atommüll pro Ampelanlage und Jahr gespart werden können. Nun ist die Politik an Zuge und muss zeigen, inwieweit ihr bei Investitionsentscheidungen der Aspekt der Nachhaltigkeit wichtig ist.

zur Übersicht zum Seitenanfang