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Grüne in Eutin. Jetzt. Für Morgen. |
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Am 13. November 2010 erschien dieser Artikel im Ostholsteiner Anzeiger, den Sina Wilke geschrieben hat:Als Demonstrantin auf den Gleisen |
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Das war total nett! Anka Mensing (17) ist immer noch euphorisch, wenn sie von den Demonstrationen im Wendland spricht. Die Schülerin vom Gymnasium Schloss Plön war mit einem der beiden Busse nach Dannenberg gefahren, die die Grünen Ostholstein organisiert hatten. Anders als die meisten kehrte sie nach der Kundgebung am Sonnabend aber nicht zurück, sondern übernachtete in einem Aktionscamp. Dort lernte sie, wie man sich bei Sitzblockaden verhält: Ruhig, freundlich und sachlich bleiben. Gespräche mit den Polizisten anfangen, keine blöden Sprüche. Die Widersetzer seien in anderen Camps gewesen. Es war uns wichtig, dass wir nichts Illegales oder Gewalttätiges machen, sagt die 17-Jährige aus Dodau, die Mitglied bei der Grünen Jugend Ostholstein ist. Am Sonntagmorgen besetzte sie bei Harlingen die Gleise - zusammen mit rund 7000 Menschen auf etwa sieben Kilometern. Erst um 2 Uhr nachts begannen Polizisten, die Strecke zu räumen. Weil es nicht genug Einsatzkräfte gab, blieb der Castor erstmal stehen. Das war ziemlich cool! Die Verpflegung lief gut. Ständig kamen Suppen, Kartoffelsalat, Brötchen und auch Decken rum. Gefroren hat sie trotzdem. Aber es gab Lagerfeuer und wir haben uns zu Samba-Bands warmgetanzt. |
Um 7 Uhr morgens wurde Anka Mensing als eine der letzten weggetragen. Nach fünf Metern hat mich der Polizist gebeten, selbst zu gehen, weil er schon seit 20 Stunden auf den Beinen war. Wir haben uns nett unterhalten. Die machen ja auch nur ihren Job. Unser Protest geht ja gegen die Regierung, nicht gegen die Polizei. Allerdings habe sie auch Prellungen und Brüche von Schotterern gesehen - das war nicht in Ordnung. Ebenso wenig, dass die Demonstranten stundenlang von der Polizei festgehalten worden seien. Das war rechtswidrig. Die Stimmung war trotzdem super. Wir waren euphorisch, weil wir den Transport so lange aufgehalten haben. Es war dann bloß deprimierend zu sehen, wie der Castor vorbeifährt." |
Eine Reaktion aus der Law-and-Order-Ecke ließ nicht lange auf sich warten. Anka Mensing solle beim Demonstrieren aufmerksam den Anordnungen der Polizei lauschen und diese auch prompt befolgen. Es gebe auch keinen Anlass zur Euphorie. Dazu hat Henning von Schöning diesen Leserbrief geschrieben, der am 16. November 2010 veröffentlicht worden ist: |
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Dem letzten Satz im Leserbrief von Ralph Herzfeld kann ich zustimmen: Es gibt bei den Ereignissen rund um Gorleben keinen Anlass zur Euphorie. Es stimmt wahrlich nicht euphorisch, wenn Gorleben als mögliches Endlager für radioaktive Abfälle weiter erkundet wird, obwohl inzwischen bekannt ist, dass der Salzstock Kontakt zu Grundwasser führenden Schichten hat. Es stimmt wahrlich nicht euphorisch, wenn die Bundesregierung die Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke in einer Art und Weise durch den Bundestag peitscht, dass eine vernünftige Beratung in den Ausschüssen gar nicht möglich war. Auch der Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat das kritisiert. |
Schließlich stimmt es alles andere als euphorisch, wenn die Bundesregierung meint, den Bundesrat als Vertretung der Bundesländer nicht beteiligen zu müssen. Dabei werden mit der Laufzeitverlängerung die Länder dazu genötigt, die Aufsicht über den Betrieb von Atomkraftwerken noch länger wahrnehmen zu müssen. Damit ist auch die FDP in Schleswig-Holstein nicht einverstanden. Das, was die schwarz-gelbe Bundesregierung betreibt, ist Rechtsbeugung, um die Interessen der Atomindustrie durchsetzen zu können. Wer den Rechtsstaat verteidigen will, der lehnt sich dagegen auf. Dabei hat Anka Mensing eine Form gefunden, die ihr und ihrem Mitstreitern viele Sympathien einbringt. Sympathien, die sich eine Bundesregierung, die auf Polizeipräsenz statt auf Argumente setzt, inzwischen verspielt hat. |
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Die Werbung mit irreführenden Aussagen des Landrats für die Netz-AG der E.on haben wir am 23. November 2010 mit dieser Pressemitteilung kommentiert.Warum sollen die Gemeinden bei der Eon einsteigen? |
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| Eine klare Absage kommt von den Grünen an die Aufforderung des Landrats Sager (CDU), dass sich die Gemeinden im Kreis Ostholstein an der Netz AG der Eon beteiligen sollen. Sager gibt vor, eine Spaltung zwischen Stadt und Land verhindern zu wollen. Der Grüne Henning von Schöning stellt fest, dass genau das nach Sagers Plänen in der Holsteinischen Schweiz eintreten würde. | Die Stadt Eutin hat schon in den 90-er Jahren ihr eigenes Strom- und Gasnetz übernommen. Zu den benachbarten Gemeinden hat es über ein Jahrzehnt lang die vom Landrat beklagte Trennung zwischen Stadt und Land gegeben. Wenn nun Umlandgemeinden von Eutin zusammen mit den Eutiner Stadtwerken eine Netzgesellschaft gründen wollen, so wirkt das exakt dem entgegen, was der Landrat beklagt. Ergo sollte er die Überlegungen in den Nachbargemeinden von Eutin unterstützen. Aber leider tritt er als Fürsprecher eines Konzerns auf, der wenig Interesse an der regionalen Wirtschaft, dafür aber um so mehr an einer Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke hat. |
Das Echo auf unsere Stellungnahme in der Lokalpresse hat zu unsachlichen Kommentaren der Kreis-CDU geführt, in der sie mit keinem Wort auf die spezielle Situation in Eutin und Umgebung eingegangen ist, sondern nur die alten Sprüche wiederholt hat. |
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